Samstag, 9. März 2013

Elektronisches Lesen



Nach langem Naserümpfen habe ich mir jetzt auch so ein Ding angeschafft. 

Bestätigtes Vorurteil: es fässt sich nicht an wie Papier, das Blättern fällt komplett weg und das Teil ist erstaunlich klein. Lesevergnügen sieht auf den ersten Blick anders aus. Ich hätte nie gedacht, wie wichtig das Rascheln beim Umblättern für einen Spannungsbogen sein kann.

Auf den zweiten Blick eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten: Das Teil findet nicht nur sofort die letzte Seite, auf der ich war und macht mir so viele Lesezeichen ins Buch, wie ich will. Ich kann auch das Schriftbild, die Leuchtintensität und die Schriftgröße selbst bestimmen. Für Visusbeeinträchtigte wie mich eine tolle Sache. Ganz abgesehen davon, dass dieses - wie erwähnt eher kleine - Ding eine komplette Bibliothek umfassen kann. Nie wieder langweiliges Zeitschriftenblättern im Wartezimmer oder frustrierendes Zeittotschlagen an der Bushaltestelle. Aufladen muss man den Akku so alle zwei Wochen bei normaler Leseintensität. Leider ist die NBib24 mit dem Ding da oben nicht nutzbar, da Amazon das ePub-Format traditionell nicht unterstützt. Dafür kann man unglaublich viele Klassiker umsonst bekommen. Theodor Storm, Kafka, Dante Alighieri, Lewis Carroll, Schiller, Goethe, Ringelnatz ... alles zur freien Leseverfügung. (Ein kleines eBonbon, dass ich beim Stöbern entdeckt habe, ist eine Sammlung mit "1000 praktischen Tipps für die Hausfrau" von anno Dunkelzeit. Davon werde ich gelegentlich mal ein paar hier einstellen. Bildungsfernsehen für die Lachmuskeln.)

Fazit: Mein häusliches Platzproblem ist wohl erstmal gelöst. Ich werde aber in Zukunft trotzdem noch das eine oder andere besondere Hardcover erwerben. Echtes Lesegefühl bekomme ich eben nur auf Papier.

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