Dienstag, 6. September 2011

Lem's Achtundzwanzigste Reise - Teil 1

Einer meiner Lieblingsschriftsteller ist der zwar schon tote aber literarisch unsterbliche Stanislaw Lem. Am 12. September diesen Jahres hätte er unter weniger widrigen Umständen seinen 90. Geburtstag feiern können. Als Zeichen meiner persönlichen Wertschätzung wie auch als Anregung an die ihn noch nicht Lesenden, möchte ich im September nacheinander einige Auszüge aus seinen großartigen Sterntagebüchern, namentlich aus der Achtundzwanzigsten Reise präsentieren:

Eintragung 116304.
Backbord ein Planet, der nicht auf den Karten vermerkt ist. Etwas später, während der Vesperzeit, ein Meteor, zum Glück ein kleiner, der uns drei Kammern durchschlagen hat - die Druckkammer, die Häftlingskammer und die Ausnüchterungskammer. Ich ordnete an, die Löcher zu zementerien. Beim Abendbrot fehlte Vetter Patricius. Gespräch mit Großvater Arabeus über die Unbestimmbarkeitsrelation. Was wissen wir eigentlich ganz gewiss? Dass wir als junge Leute von der Erde abgereist sind, dass wir unser Schiff "Kosmozyste" genannt haben, dass der Großvater und die Großmutter zwölf andere Ehepaare an Bord genommen haben, die heute schon eine durch die Bande der Blutsverwandtschaft geeinte Familie bilden. Ich mache mir Sorgen wegen Patricius - auch die Katze ist irgendwohin verschwunden. Ich habe einen positiven Einfluss des Gravitationsmangels auf Plattfüße bemerkt.


Und die Reise geht weiter ...

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